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Geschichten: Leben mit Krebs - oder danach. Erfahrungen von betroffenen Männern Geschichte 6 |
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Unsere
Geschichten: Leben mit Krebs oder danach Zusätzliche Informationen - aus unserer Sicht |
Befund: Prostatakrebs, Metastasen, Herzklappenfehler Nach längeren starken Schmerzen im Rücken - es war so stark, dass ich
kaum noch stehen konnte - ging ich am 4.8.1999 zu meinem Hausarzt. Dieser gab
mir eine dringende Überweisung zum Nervenarzt. Dort erhielt ich eine
Überweisung zum Radiologen. Am Freitag, 13.8.1999 von 7:00
bis 18:00 Uhr, erfolgten verschiedene Untersuchungen (Röntgen der Lunge,
verschiedene CTs, Knochenszintigramm, etc.). Ergebnis: Tumor, vermutlich
Prostata-Carcinom. Das haute mich um. Ich möchte anmerken, dass ich seit dem 45. Lebensjahr regelmäßig jährlich
zur Krebsvorsorge gegangen bin. Mein Gewicht war in dieser Zeit konstant 100
kg. Zudem hörte ich in dieser Zeit mit dem Rauchen auf. Am 24.8.1999 ging ich zum Urologen zur Untersuchung der Prostata. Von
dort Überweisung in das AK Barmbek zur weiteren Untersuchung und Biopsie. Es
wurden 6 Gewebeproben entnommen; alle waren positiv. Die weitere Behandlung erfolgte
durch den Urologen nach einem ausführlichen Gespräch am 9.9.1999. Monatlich
erhielt ich eine Spritze (Karodex, je DM 600,-) in die Bauchdecke sowie
Selen-Tabletten und Vitamin E. Weitere Spritzen erhielt ich am 7.10.1999 und
4.11.1999. Ich bekam fürchterliches Schwitzen am ganzen Körper. Der Urologe
sagte, dass sich der Körper erst an dieses Medikament gewöhnen müsse und dass
es sich dann bessern werde. Mein Gewicht betrug Anfang November 1999 109 kg! Ich
denke, dass die Spritzen und die Tatsache, dass ich mit dem Rauchen aufgehört
hatte, der Grund dafür waren. Zusätzlich zu den monatlichen Spritzen wurde Blut abgenommen, um die
allgemeinen Blutwerte zu überprüfen. Die PSA-Werte lagen im grünen Bereich
(2.3.2000 PSA=4,8; 25.6.2000 PSA=5,6). Vom 15.6. - 13.7.2000 erhielt ich von der Genesungshilfe eine Kur in
Travemünde (Primwall). Dr. XXX erläuterte mir, dass mit der Berufstätigkeit
nicht mehr zu rechnen sein würde, und schlug vor, bei der BfA
Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen. Mir passte das mit meinen 52 Jahren
überhaupt nicht. Juli 2000: Gewicht 112 - 113 kg!!! November 2000: Taubheitsgefühl in beiden Knien; Kribbeln im Gesäß, in den
Waden und in den Füßen beim Gehen seit 2-3 Monaten. Ich erhielt daraufhin
keine Spritzen mehr, sondern Casodex-Tabletten N l. Vom 20.11. - 11.12.2000 wurde ich in der Klinik Amberg wegen des
Taubheitsgefühls im unteren Bereich stationär behandelt (1x Blockade in
Wirbelsäule gesamt; 3 x CT Unterteile, Oberteile und Kopf; Röntgen des
Beckens). Der PSA-Wert war auf 90(!!!) angestiegen. Das Ganze hatte keinen
Erfolg. Die Schmerzen waren mitunter nachts so schlimm, dass ich nur noch
über den Flur gehen, aber weder sitzen noch liegen konnte. Dienstag, 12.12.2000: Schmerzen beim Wasserlassen. Samstag, 16.12.2000, 5:00 Uhr: Notarzt wegen Blasenstau. Ich wurde in das
AK Bergedorf eingeliefert. Dort wurde ein Blasenkatheder gelegt (ca. 3 l
Urin). Danach Weitertransport in das AK St. Georg. Ein CT der Wirbelsäule
ergab, dass der Knochen in die Wirbelsäule drückte; es bestand die Gefahr
einer Lähmung (= Rollstuhl). Am Montag, 18.12.2000, wurde ich an der Wirbelsäule auf 15 cm Länge
operiert. Die ganze Zeit (16.12. - ca. 26.12.2000) habe ich den
Blasenkatheder zur besseren Säuberung der Blase behalten. Ich bekam ein Ödem
(Wasser) in den Füßen. Ab dem 30.1.2001 bekam ich im AK St. Georg ca. 20 Bestrahlungen (5-7
Min.) der Wirbelsäule und der Weichteile zur Ergänzung. Am 6.2.2001 betrug
der PSA-Wert 289(!!!) und mein Gewicht 101 kg! Ich hatte totale Schmerzen in
den Füßen und erhielt zwei Stöcke zum Gehen. Aufgrund der Bestrahlung litt
ich unter Appetitlosigkeit. Zur Verbesserung der Blut- und Leberwerte erhielt
ich 2 x täglich Estramustin 280 Hexal. 6.7.2001 :PSA Wert 197 Im Juli machten wir Urlaub in Dänemark. Dort haute es mich so hin, dass
ich nichts mehr wusste. Ein paar Wochen später passierte im Bus dasselbe. 30.8.2001: Herzrasen, Schwindelgefühl, Luftnot. Der Kardiologe empfahl
das Einsetzen einer neuen Herzklappe und überwies mich in das AK St. Georg. Am 4.9.2001 wurde ein Herzkatheder (links von der Leiste aus) gelegt. Am
Tag danach wurde versucht, ein Herzkatheder rechts vom Ellenbogen aus zu
legen. Das klappte nicht. Daraufhin wurde dies erneut von der rechten Leiste
aus gelegt. Es wurde entschieden, die Sache mit Tabletten zu behandeln, da
eine Operation des Herzens wegen des Prostata Carcinoms und der Metastasen zu
gefährlich erschien. Ende September hatte ich 3 Tage und Nächte lang Herzrasen und derartige
Schmerzen, dass ich erneut in das AK St. Georg eingeliefert wurde. Ich blieb
dort vom 27.9. bis zum 8.10.2001. Zurzeit geht es mir den Umständen entsprechend gut; ich nehme meine
Tabletten und freue mich auf 2002 bei akzeptabler Gesundheit, so es gehen
mag. Hamburg, im Dezember 2001 |
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